Presse

18.11.2015 | Wiesbadener Kurier

Was darf man noch sagen?

WIESBADEN. „Was darf man öffentlich sagen und was nicht?“, fragte Moderator Gordon Bonnet im Presseclub. Er hatte es in der „Medienlounge“ mit zwei publizistischen Schwergewichten zu tun. Mit Armin Conrad, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Deutsche Sprache und ehemals Redaktionsleiter bei 3Sat Kulturzeit, und mit Hugo Müller-Vogg, Journalist und Publizist. Muss es „Fremdenfeindlichkeit“ oder „Rassismus“ heißen? Sollte man von „Jugendlichen aus Einwanderer-Familien“ sprechen oder von solchen mit „Migrationshintergrund“? Worte schaffen Fakten

Genau zu formulieren, ist für Journalisten nicht leicht. Worte schaffen Fakten, selten positive. So Conrad. „Diejenigen, die das Wort ,Islamischer Staat‘ benutzen, denken doch nicht daran, dass es sich um einen Staat handelt.“ Eine Terrororganisation mit Ablegern in mehr als einem Dutzend Länder beschreibt sich so und die Medien übernehmen den Begriff. „Wenn wir ein Wort häufiger benutzen, dann haben wir auch bald den Zustand. Wer ‚Krieg‘ sagt, kriegt ihn. Der Gebrauch eines Wortes bringt den Zustand näher, den es beschreibt.“ (…)

Müller-Vogg neigt zu der Ansicht, dass sich viele Medienschaffende der linken Sache verbunden fühlen und entsprechend ihre Begriffe wählen. Stellt aber fest, dass Buntheit vorhanden sei: „Bei den Zeitungen ist die Landschaft vielfältiger als bei elektronischen Medien.“ Was im Internet abgehe – in den sozialen Netzwerken – ist für ihn „eher Unkultur“. „Die Leute meinen, was sie bei Twitter erfahren, sei die Welt.“

Manchmal, so Müller-Vogg, löse ein Begriff den anderen ab: „Das Wort ‚Bürgerinitiative‘ war verbraucht, da musste der ‚Wutbürger‘ her.“ In der als Streitgespräch angelegten Diskussion, warfen sich die Spieler oft die Bälle zu. So fragt Conrad, ob man „Wutbürger“ und „Gutmensch“ zugleich sein kann. „Auf alle Fälle“, sagt Müller-Vogg. „Die Stuttgarter Wutbürger waren die klassischen Gutmenschen.“

Quelle: Wiesbadener Kurier vom 18. November 2015



Drucken
Müller-Vogg am Mikrofon

Presse

14.03.2017 | Rheinische Post

Gehört der Doppelpass abgeschafft?

» mehr

Themen

Die Rache der Geschichte

Der Verkauf der „Frankfurter Rundschau” ist ein tragikomisches Stück. Nicht nur müssen es die verbleibenden Redakteure nun bei der „FAZ" schaffen. Nein, auch das Gelände, auf dem sie dies tun werden, ist ideologisch vermint.
» mehr

Zwei Pässe sind undemokratisch

Bei der Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft wird ein entscheidender Punkt oft vergessen: Zwei Pässe sind undemokratisch und räumen Doppelstaatlern mehr politischen Einfluss ein als „einfachen“ Deutschen.
» mehr

Der Tag an dem Sigmar Gabriel Kanzler von Rot-Rot-Grün wird …

Rund um den Jahreswechsel blickt „Cicero Online“ nach vorne und entwirft Szenarien für das Jahr 2013, die auf den ersten Blick unrealistisch wirken und doch einen Kern von Wahrheit in sich bergen.
» mehr

Buchtipp

Wolfgang Bosbach: "Endspurt - Wie Politik tatsächlich ist - und wie sie sein sollte“. Ein Gespräch mit Hugo Müller-Vogg.

Wolfgang Bosbach:

» mehr

Biografie

Dr. Hugo Müller Vogg

Hugo-Müller-Vogg

» mehr