Presse

29.01.2021 | Augsburger Allgemeine

Bald ist Schluss

Von Stefan Lange

„Angela Merkel hat nur noch wenige Monate ihrer Amtszeit vor sich. Von der CDU hat sie sich schon ein Stück weit entfernt. Ihren Job will die Kanzlerin zwar bis zum letzten Tag ausfüllen. Aber gegen einen schnellen Abschied ins Private hätte sie nichts einzuwenden. (…)

„Sie ist empathischer geworden. Den Satz, angesichts der Corona-Todesfälle breche ihr das Herz, hätte sie vor ein paar Jahren so noch nicht gesagt“, sagt der Journalist, Buchautor und Publizist Hugo Müller-Vogg, wie Bannas ein langjähriger Beobachter der Kanzlerin. Eine angesichts des nahenden Ruhestands weich gewordene Merkel kann aber auch er nicht erkennen. Der Satz hänge nicht damit zusammen, „dass sie bald aufhört. Ich führe es eher auf Corona zurück.“

Es gibt ja schließlich auch die andere Merkel. „Ihr wurde immer vorgeworfen, sie wirke eher kühl, ja herzlos“, sagt Müller-Vogg und erinnert an die weltweit beachtete Szene im Juli 2015, als die Regierungschefin mit dem palästinensischen Mädchen sprach, dessen Eltern nach vier Jahren abgeschoben werden sollten. Das Mädchen brach in Tränen aus, Merkel reagierte unbeholfen. Die Empörung war groß, der Stern nannte sie anschließend die „Eiskönigin“.

„Ansonsten habe ich“, sagt Müller-Vogg, „den Eindruck, dass sich bei ihr gar nicht so viel geändert hat. Sie nahm schon immer die Position ein, dass nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird. Merkels Motto lautet: Nur die Ruhe bewahren, und dann sehen wir weiter. Das war ihre Haltung in der ganzen Zeit.“ In der Tat ist das seit Amtsantritt die Merkel’sche Arbeitsweise. (…)

Immerhin hat Merkel mit dieser Art seit Amtsantritt 2005 beachtliche persönliche Umfragewerte eingefahren. „Sie hatte den Vorteil, ganz anders zu agieren als Gerhard Schröder. Der war ein Showman, der den Menschen zunächst imponierte, ihnen dann aber mit seinem Gehabe auf den Geist ging. Merkel ließ es dagegen von Anfang an ruhig und seriös angehen“, sagt Müller-Vogg. „Der Begriff Mutti, der ihr ja anhängt, war zwar erst abwertend gemeint, bekam aber eine positive Bedeutung. Wenn man sich auf jemanden verlassen kann, dann auf die Mutter.“ Merkel hatte schon früh erklärt, dass sie ihren Abschied aus der Politik selbst bestimmen will. Das scheint ihr, anders als ihren Vorgängern, auch zu gelingen. Es ist derzeit kein Szenario denkbar, in dem sie vor der Zeit abtreten müsste. (…)

Quellen: „Augsburger Allgemeine“, „Heilbronner Stimme“, „Straubinger Tagblatt“ u.a. vom 29. Januar 2021.



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