Presse

15.10.2020 | Bad Homburger Woche

Ein virtuelles „Saumagen-Essen“

Bad Homburg (hw). Seit 1991 kommt Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Publizistik nach Bad Homburg, wenn der in der Kurstadt lebende Publizist Hugo Müller-Vogg und seine Frau Ulrike zu ihrem traditionellen „Saumagen-Essen“ zu Ehren Helmut Kohls einladen. Doch in diesem Jahr fuhren keine schwarzen Limousinen vor der „Orangerie“ im Kurpark vor, sicherten keine Personenschützer die Zufahrt. Bei der 30. Veranstaltung war in Zeiten der Corona-Pandemie alles anders: Sie fand virtuell statt. Um ihre Tradition aufrechtzuerhalten, hatten die Müller-Voggs die Jubiläumsveranstaltung ins Internet verlegt. Alle Eingeladenen bekamen per Post einen kleinen Saumagen und eine Flasche Pfälzer Riesling geschickt. Und so stieß eine illustre Runde am zweiten Oktober-Sonntag gemeinsam auf die Deutsche Einheit an, von Berlin aus ebenso wie aus Frankfurt, aus Mainz und Mannheim. Andere Gäste loggten sich von Ibiza aus ebenso ein wie aus Palermo und den Schweizer Alpen.

Mit dieser Veranstaltung erinnern MüllerVogg und seine illustren Gäste an die historische Leistung Helmut Kohls, des Kanzlers der Einheit. Der 2017 verstorbene Altkanzler war auch einige Mal in Bad Homburg zu Gast. Das Hauptgericht, der Saumagen, kommt stets von der Metzgerei Hambel im rheinlandpfälzischen Wachenheim. Hambel hatte schon zu Kohls Regierungszeit den „Saumagen“ für ausländische Regierungschefs geliefert.

Natürlich lässt sich per Videoschalte nicht so ungezwungen plaudern wie bei Tisch. Doch statt einer Tischrunde erlebten die Teilnehmer eine Talkrunde, bei der viele aktuelle Fragen angesprochen wurden – von der Pandemie und ihren Folgen über die Frage nach dem nächsten CDU-Vorsitzenden bis zum möglichen Ausgang der Bundestagswahl 2021. An sachkundigen Gesprächspartnern herrschte kein Mangel: Bundesminister Helge Braun, Chef des Bundeskanzleramts, der ehemalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, die FDP-Urgesteine Rainer Brüderle und Hermann Otto Solms, der Vorstandssprecher der DZ-Bank, Cornelius Riese, der hessische Lotto-Chef Heinz-Georg Sundermann, der Präsident der hessischen Handwerkskammern, Bernd Ehinger, der Historiker Prof. Andreas Rödder, der Intendant des RheingauMusik-Festivals, Michael Herrmann oder Claus Helmer, Prinzipal der Komödie und des Raymond-Theaters in Frankfurt. Albrecht Schirmacher, in Bad Homburg lebender Herausgeber des Wirtschaftsinformationsdienstes „Platow“, war ebenfalls dabei.

Gastgeber Müller-Vogg würdigte die Leistungen Helmut Kohls und bezeichnete die friedliche Revolution und die Wiedervereinigung als die größten Leistungen in der deutschen Geschichte. Seine Prognose für das Wahljahr 2021: Es werde um die Grundfrage gehen, wieviel Staat wir wollen und wieviel Markt wir brauchen – und umgekehrt. Müller-Vogg ist sich sicher: Das wird auch eine harte Auseinandersetzung um höhere Steuern.

Traditionell diente das Essen einem guten Zweck. Die „virtuellen Gäste“ spendeten über 10 000 Euro für die „Tuberöse Sklerose Stiftung.“ Sie fördert unter anderem die Forschung über diese seltene Systemerkrankung mit tumorartigen Gebilden in fast allen Organen. Seit 2007 sind bei den „Saumagen-Essen“ mehr als 200 000 Euro zusammengekommen.

Quelle: Bad Homburger Woche vom 15. Oktober 2020



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Müller-Vogg am Mikrofon

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