Presse

24.11.2016 | Taunus Zeitung

Wenn Angst übermächtig ist

Bad Homburg. Moderator Meinhard Schmidt-Degenhard riet am Ende des 21. Gesellschaftspolitischen Forums in der Bad Homburger Schlosskirche: "Wenn die Angst Sie übermannt - zuhören und reden."

Aber ganz so einfach ist die Situation nicht, das machte die zweistündige Diskussion deutlich. Angelehnt an den Film von Rainer-Werner Fassbinder: "Angst essen Seele auf", hatten die katholische und evangelische Kirche im Hochtaunuskreis den Abend mit: "Angst essen Mitte auf" überschrieben, und trafen damit voll ins Schwarze. Denn nicht nur Menschen am rechten Rand fühlen sich überfordert, sondern die Helfer. Für Dr. Volker Jung, Präsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, liegt Stolz über die für Flüchtlinge geleistete Hilfe oft ganz dicht bei der Angst vor der Zukunft.

Die Zahl der Aufgenommenen (2000 derzeit im Kreis) sei in den 90er Jahren doppelt so hoch gewesen, aber die Menschen glaubten das nicht, fügte Kreisbeigeordnete Katrin Hechler (SPD) an. (…)Ungleichheit und fehlender sozialer Wohnungsbau seien lange zuvor Themen gewesen. Jung sieht das Problem auch "in der bisher nicht gekannten Weise, mit der wir mit der ganzen Welt vernetzt sind".

Oder wie der Publizist Hugo Müller-Vogg es nannte: "dem Rendezvous mit der Globalisierung". Er ist sicher, dass die Silvester-Ereignisse in Köln ohne Internet ein lokales Ereignis geblieben wären, und erinnerte die "Öffentlich-Rechtlichen" an ihre Informationspflicht als Gegenpol zu Internet und sozialen Medien. Nicht jeder Rechte oder AfD-Wähler sei gleich ein Rechtsradikaler. Der Publizist gab auch zu bedenken, dass NPD, Reps und Piraten von der Bildfläche verschwunden seien. (…)

Fast 20 Prozent der Wähler entscheiden sich auch für die AfD, weil die Volksparteien keine Antworten geben und sich kaum voneinander unterscheiden, ist Müller-Vogg sicher. Der Wahlschein sei zum Lottoschein geworden. Das muss sich ändern, forderte Katrin Hechler, und die Bundestagswahlen seien eine Chance für die Volksparteien, klare Kante zu zeigen. "Aber bitte mit Anstand streiten." Sie appellierte an die Europäer, sich der eigenen Werte bewusst zu werden: "Wer könnte ohne Weihnachten leben, aber warum wir das feiern, scheint egal zu sein." (…)

Quelle: „Frankfurter Neue Presse - Taunus Zeitung“ vom 24. 11. 2016



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