Presse

16.01.2008

Hugo Müller-Vogg

von A wie Außenpolitik bis Z wie Zukunft


Gießen/Heuchelheim – Von A wie Außenpolitik bis Z wie Zukunft reichte das Deutschland-Abc von Dr. Hugo Müller-Vogg, dem Festredner beim Neujahrsempfang des Bezirksvereins Gießen des Landfrauenverbandes Hessen. Müller-Vogg arbeitet als freier Journalist, Autor und Publizist. Außerdem ist der ehemalige Mitherausgeber der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« aus politischen Talk-Runden im Fernsehen bekannt. Bezirksvereinsvorsitzende Christel Gontrum freute sich über den prominenten Gast am Samstagvormittag in der TSF-Turnhalle.

(…)

Müller-Vogg warnte vor schiefen historischen Vergleichen. »Wer Missstände verharmlost, verhöhnt die Opfer,« sagte der Redner. Das Elterngeld hielt er im Ansatz für richtig, allerdings verstehe er nicht, »warum Männer priviligiert werden«. In Schweden steige der Anteil der Männer während der Jagdsaison. Wer weiß, ob nicht Ähnliches bei der Fußball-WM geschähe, fragte der Redner. Die Aufstockung der Krippenplätze (F wie Familienpolitik) sei zu vertreten. Er frage sich aber, warum nicht auch denen geholfen werde solle, »die Opfer bringen und zu Hause bleiben.« Den Begriff der »Herdprämie« empfinde er als »Unwort des Jahres«, meinte Müller-Vogg. Unter G wie Gerechtigkeitslücke und S wie Steuererhöhung forderte der Gast, nicht die Leistungsträger zu bestrafen. Dies führe lediglich zu sinkender Leistungsbereitschaft und Zunahme der Schwarzarbeit. Ohnehin reiche die Schwarzarbeit bis weit in den Mittelstand (»das Luxemburg des kleinen Mannes«). Den Staat um 100 Euro zu betrügen, sei moralisch so verwerflich, wie wenn es um 100 000 Euro gehe.

Durch die Hartz-Gesetze seien mehr Menschen in Arbeit gekommen als je zuvor. »Hartz IV« bedeute nicht: »Armut per Gesetz«. Die innerparteiliche Demokratie (Buchstabe I) funktioniere, wie der Rücktritt Stoibers oder die Mindestlohndebatte in der SPD bewiesen hätten. Wie man dazu stehe, sei eine andere Sache.

Über J wie Jahrhundertreform und K wie Klimaschutz (»Wer fordert, die Kernkraftwerke abzuschalten, hat es sich zu leicht gemacht«) kam der Redner zu L wie Lafontaine, den er als den »Aufsteiger des Jahres« bezeichnete. »Verlierer des Jahres« sei der Baden-Württembergische Ministerpräsident (O wie Oettinger). Unter N wie Neiddebatte kritisierte Müller-Vogg das Ausspielen von Mindestlohn gegen Managergehälter. Die Mindestlöhne bei der Post bezeichnete er als Wettbewerbsbremse. Dass staatlich festgelegte Höchst- und Mindestlöhne – wie auch Höchst- und Mindestgewinne? – nicht funktionierten, habe die Erfahrung in der DDR gezeigt. Über P wie Populismus (»Über das zu sprechen, was das Volk bewegt, ist richtig verstandene Demokratie«) und Q wie Querdenker bewegte er sich zum Rauchverbot. Müller-Vogg rechnet mit einer Nachbesserung. Seine Äußerung, die Türkei sei nicht reif für die EU, fand Beifall unter den Anwesenden. Von U wie Umfragen bis Z wie Zukunft war es nur noch ein kleiner Schritt.

(…)

Aus: Giessener Allgemeine Zeitung vom 14.1.



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Müller-Vogg am Mikrofon

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