Presse

09.11.2010 | DER PLATOW Brief

20. Saumagen-Essen

Viel Prominenz bei Querdenker Müller-Vogg

In seiner wie immer mit geistreicher Rhetorik gespickten, launig vorgetragenen Begrüßung schlug der bekannte Publizist und Buchautor Hugo Müller-Vogg zum „Jubiläums-Saumagen“ in der traditionellen Bad Homburger Kartoffelküche durchaus auch nachdenkliche Töne an. Immer weniger Bürger würden den Löwenanteil der dem Staat für Transfers zur Verfügung stehenden
Steuern aufbringen. Dabei kommt Müller-Vogg zu Schlussfolgerungen, die heutzutage allzu selten gedacht werden und erst recht nicht in die Zeitungen gelangen. 

Müller-Vogg bürstet gern gegen den Strich, auch wenn es der Mehrheit nicht gefallen kann, weil in Deutschland, Europas Transferstaat Nummer 1, schon heute 60% der Bürger Nutznießer staatlicher Umverteilung sind. Deshalb, so Müller-Vogg, könne es auch nicht verwundern, dass Steuersenkungsinitiativen von der Mehrheit nicht goutiert würden. Wenn die Mehrheit Transfers empfängt, aber gar keine Steuern bezahlt, kann sie es nur gut finden, wenn die Minderheit der Steuerzahler noch mehr anstatt weniger belastet wird, spitzte Müller-Vogg unter dem Beifall der zahlreich erschienenen Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Kultur zu. 

Doch der seit der Zeit des Vereinigungskanzlers und Pfälzer Saumagen-Freundes Helmut Kohl
regelmäßig zur Herbstzeit zelebrierte Event wäre nicht das, was er seit zwei Jahrzehnten ist, ginge es dabei nicht auch fröhlich zu. So feierten und diskutierten bis in den späten Nachmittag hinein Mitglieder, Freunde und Sympathisanten der christlich-liberalen Regierung, angeführt vom früheren Hessen-Premier Roland Koch und seinem Nachfolger Volker Bouffier, die jeweils in Begleitung ihrer Frauen erschienen waren. Vom Koalitionspartner FDP war deren Landesvorsitzender und hessischer Justizminister Jörg-Uwe Hahn gekommen. Mit von der Partie auch amtierende und ehemalige Bundesminister wie der zurzeit gefeierte FDP-Wirtschaftsminister Rainer Brüderle, CSU-Verkehrsminister Peter Ramsauer und
Staatsminister Eckart von Klaeden sowie Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung. Weitere hochrangige Politiker wie der Vizepräsident des Deutschen Bundestages, Hermann Otto
Solms (FDP), und Philipp Mißfelder, streitbarer JU-Vorsitzender, waren ebenfalls zugegen. Die Wirtschaftselite wurde angeführt vom AR-Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller sowie dem Frankfurter Vorzeige-Bankier Friedrich v. Metzler.

Zu den Stammgästen von Müller-Vogg zählt seit Jahren Reinfried Pohl (DVAG), der die bei ihm beschäftigten Ex-Politiker Friedrich Bohl und Udo Corts mitgebracht hatte.


Aus: Der Platow-Brief Nr. 130 vom 10.11.2010



Drucken
Müller-Vogg am Mikrofon

Presse

14.08.2017 | welt.de

War die SED eine rechte Partei?

» mehr

Themen

Die Rache der Geschichte

Der Verkauf der „Frankfurter Rundschau” ist ein tragikomisches Stück. Nicht nur müssen es die verbleibenden Redakteure nun bei der „FAZ" schaffen. Nein, auch das Gelände, auf dem sie dies tun werden, ist ideologisch vermint.
» mehr

Zwei Pässe sind undemokratisch

Bei der Debatte um die doppelte Staatsbürgerschaft wird ein entscheidender Punkt oft vergessen: Zwei Pässe sind undemokratisch und räumen Doppelstaatlern mehr politischen Einfluss ein als „einfachen“ Deutschen.
» mehr

Der Tag an dem Sigmar Gabriel Kanzler von Rot-Rot-Grün wird …

Rund um den Jahreswechsel blickt „Cicero Online“ nach vorne und entwirft Szenarien für das Jahr 2013, die auf den ersten Blick unrealistisch wirken und doch einen Kern von Wahrheit in sich bergen.
» mehr

Buchtipp

Wolfgang Bosbach: "Endspurt - Wie Politik tatsächlich ist - und wie sie sein sollte“. Ein Gespräch mit Hugo Müller-Vogg.

Wolfgang Bosbach:

» mehr

Biografie

Dr. Hugo Müller Vogg

Hugo-Müller-Vogg

» mehr