Presse

01. November 2022 | Taunus-Zeitung

Politische Gespräche bei Saumagen

Er ist ein Verehrer Helmut Kohls. Daraus macht Dr. Hugo Müller-Vogg keinen Hehl. Im Gegenteil: Alljährlich veranstaltet der in Bad Homburg lebende Publizist, Journalist und frühere FAZ-Mitherausgeber mit seiner Frau Ulrike ein Saumagen-Essen mit prominenten Gästen zu Ehren des sechsten Bundeskanzlers, der von 1982 bis 1998 regierte. Müller-Vogg schätzt an Kohl, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung erläutert, dessen europäischen Geist und natürlich, dass er der Kanzler der Einheit war. So ist der Anlass für das Fest die Erinnerung an die Wiedervereinigung. Der Termin liegt stets zwischen dem 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, und dem 9. November, an dem 1989 die Mauer fiel. Serviert wurde und wird Pfälzer Saumagen, mit dem Kohl als Regierungschef Staatsgäste aus aller Welt zu bewirten pflegte. Kohl selbst, der 2017 verstarb, kam auch einige Male nach Bad Homburg.

"Uns gefiel immer die Art, wie die Amerikaner ihren Unabhängigkeitstag feiern", erzählt Müller-Vogg. Die Deutschen hingegen vermochten aus seiner Sicht nicht, die Wiedervereinigung richtig zu feiern. Dem wollten seine Frau und er etwas entgegensetzen und organisierten erstmals 1991 ein Fest, das mittlerweile schon Tradition hat: Bereits zum 32. Mal hatte das Ehepaar für vergangenen Sonntag nach Bad Homburg eingeladen. Die rund 60 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur speisten in der Orangerie. Zum sechsten Mal fand das Fest dort statt, zuvor traf man sich über viele Jahr in der Kartoffelküche.

Zu den Gästen zählten neben dem Bad Homburger Oberbürgermeister Alexander Hetjes unter anderem der hessische Finanzminister Michael Boddenberg, die ehemaligen Ministerpräsidenten Volker Bouffier und Roland Koch sowie die früheren Bundesminister Peter Altmaier (alle CDU) und Rainer Brüderle (FDP).

Die Wirtschaft war vertreten durch den Vorstandschef der DZ-Bank, Dr. Cornelius Riese, und den in Bad Homburg lebenden ehemaligen Aufsichtsratsvorsitzenden der Commerzbank, Klaus-Peter Müller. Ebenfalls mit dabei waren Focus-Gründer Helmut Markwort und die langjährige Bunte-Chefredakteurin Patricia Riekel, zudem der Herausgeber des Wirtschaftsdiensts "Platow", der Bad Homburger Albrecht Schirmacher. Zu den Stammgästen zählt auch der Intendant des Rheingau Musik Festivals, Michael Hermann.

Kritik an Ampel-Koalition

Müller-Vogg kritisierte in seiner politischen Rede die Krisenpolitik der Ampel-Koalition. Gefragt wäre jetzt, so legte er dar, eine Regierung mit einem klaren Konzept. Wumms-Sprüche seien kein Ersatz für echte Hilfen zugunsten der unter Inflation und Energiepreisen leidenden Bevölkerung und vieler gefährdeter Unternehmen, meinte er. Das Hin und Her um Gasumlage und Gaspreisbremse sei das Gegenteil von zielgerichteter Politik, ebenso die "Hilfen mit der Gießkanne", von denen selbst die profitierten, die keine staatliche Unterstützung brauchten. Der CDU/CSU-Opposition warf Müller-Vogg vor, nicht konkret zu sagen, was sie tun würde, wenn sie das Land regierte.

Die Gastgeber bitten ihre Gäste seit vielen Jahren um eine Spende zugunsten der "Deutschen Tuberöse Sklerose"-Stiftung, die sich um an TS erkrankte Kinder kümmert und Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet unterstützt. Bisher kamen so, laut Müller-Vogg, 225 000 Euro zusammen. In diesem Jahr spendeten die 60 Gäste weitere 15 000 Euro. Roland Koch, Begründer der Stiftung, dankte dem Ehepaar Müller-Vogg für diese Unterstützung.

Auf der Speisekarte standen - neben dem "Saumagen" aus der Pfalz mit Leberknödel und Sauerkraut - eine Kürbiscremesuppe mit Maronen. Zum Dessert gab es Zwetschgenkuchen mit Streusel. Kredenzt wurde dazu "Gau-Bickelheimer Saukopf-Riesling", ebenfalls aus der Pfalz. (rie)

(Quelle: „Frankfurter Neue Presse – Tanus-Zeitung“ vom 1. November 2022)



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