28.06.2020

Wumms ohne AKK

Als die GroKo sich auf ihr „Wumms“-Konjunkturpaket verständigt hatte, mussten die Koalitionäre etwas Wichtiges klären – wer vor die Kameras darf. Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Scholz waren gesetzt, ebenso Ministerpräsident Söder als CSU-Vorsitzender. Aber Merkel kann nicht mehr für die CDU sprechen, Scholz darf es nicht für die SPD tun. Für die Genossen hätten Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken auftreten müssen, für die CDU ihre Noch-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer. Da aber sämtliche Kaufanreize und Steuersenkungen vom Bundestag verabschiedet werden müssen, wollten die Fraktionsvorsitzenden Brinkhaus (CDU/CSU) und Mützenich (SPD) dabei sein. Schließlich soll das Parlament nicht als Abnick-Organ erscheinen. Wo aber Brinkhaus auftritt, ist der Chef der CSU-Landesgruppe, Dobrindt, meist nicht weit: „Mia san eigenständig“.

Fünf Unionspolitiker und vier von der SPD – dieser Aufmarsch erschien den Koalitionären dann doch zu groß. Also wurden Esken und Dobrindt zurückgezogen. Jetzt hätte die CDU/CSU immer noch ein Übergewicht gehabt. Also nahm AKK ihr Ende als CDU-Chefin vorweg und blieb weg. Damit stand es drei zu drei zwischen Schwarz und Rot. Ein kleiner Triumph für die Genossen: Endlich gleich stark mit der CDU/CSU - wenn auch nur optisch.

(Veröffentlicht im Magazin „CICERO“, Heft 7/2020)


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