03.11.2017

Kommt Jamaika oder nicht?

„Kommt Jamaika oder nicht? Der repräsentative Saal der Orangerie im Bad Homburger Kurpark war am vergangenen Sonntag bis auf den letzten Platz gefüllt, als Schauplatz des traditionellen „Saumagen-Essens“, das die Eheleute Hugo und Ulrike Müller-Vogg in diesem Jahr zum 27. Mal ausrichteten.

Im Todesjahr von Helmut Kohl, fünf Wochen nach den Bundestagswahlen und mitten in den Verhandlungen eines möglichen Jamaika-Bündnisses auf Bundesebene war unter der Gästeschar besonders viel politische Prominenz. So waren gleich drei Jamaika-Verhandler aus Berlin in die Kurstadt geeilt, von der FDP Hermann Otto Solms und Generalsekretärin Nicola Beer, von der CDU Julia Klöckner. Hessens Landesvater Volker Bouffier, sonst ein Stammgast, hatte sich entschuldigen lassen. Zugegen war wie fast immer Vorgänger Roland Koch mit Frau, deren beider Tuberöse Sklerose Stiftung die Spenden der Teilnehmer zufließen. Polit-Oldies wie Rainer Brüderle (FDP) bleiben dem Treffen ebenfalls treu, ebenso „Seitenwechsler“ wie Steffen Kampeter, jetzt BDA, oder Eckart von Klaeden (Daimler).

Die Meinungen, ob Jamaika zustande kommt oder nicht und wer am Ende Minister wird, gingen bei den lebhaften Tischgesprächen weit auseinander. Kampeter mochte nicht so recht glauben an das Gelingen des Experiments, während Koch sich zuversichtlicher gab. Jamaika sei auch für die Kanzlerin die Chance, den Markenkern der CDU zu schärfen. Auf unseren Hinweis, dass sich im Raum ja wohl zwei Kandidatinnen für einen Ministerposten befänden, antwortete Brüderle, der für sich in Anspruch nimmt, immer noch den direkten Draht in die Schaltzentralen Berlins zu haben, er sehe nur eine. Das müsste dann Klöckner sein, während Beer das bliebe, was sie ist. Oder?

In der Tat hält Parteichef Christian Lindner große Stücke auf Katja Suding, die 2015 in Hamburg für die FDP den ersten Erfolg nach der Krise einfuhr. Sie wäre gut für ein Ministeramt. Wolfgang Kubicki ist Lindners Reserve im Wartestand. Er wäre frei für ein neues Amt, wenn Solms ihn als Bundestags-Vizepräsident ablösen sollte, was Solms bis 2013 war.“

Zitat Hugo Müller-Vogg: „Es wäre tragisch, wenn 2017 der Tod von Helmut Kohl und das Ende der CDU als Volkspartei der rechten Mitte zusammmenfielen.“

(Quelle: Der Platow Brief – Nr. 126 vom 3. November 2017.)


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16.11.2017 | Bad Homburger Woche

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