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08. Oktober 2014

Heimat oder Unrechtsstaat: Wie war die DDR?

Mauertote und Stasispitzel - ein Staat, der seine Bürger drangsalierte. Stimmt alles nicht, meint der ehemalige Staatsratsvorsitzende der DDR Egon Krenz: 'Es ist nicht wahr, dass die DDR 40 Jahre lang gegen das Volk regiert wurde.' Dennoch flohen die Menschen - immer mehr. Allein 1989 sind es knapp 350 000 DDR-Bürger, die ihrer Heimat auf legalen oder illegalen Weg Good-bye sagen. Die DDR beginnt zu zerfallen. An ihr Ende glaubt jedoch noch kaum jemand. Viele haben sich eingerichtet in ihrer Heimat, viele arrangiert mit einem Regime im Ostteil des Landes, das nach Meinung des Linken-Fraktionschefs Gregor Gysi kein Unrechtsstaat war. Doch die Bürger protestieren: 'Wir sind das Volk', skandieren sie und stürzen damit nicht nur die Mauer, sondern den ganzen Staat. 25 Jahre danach schaut 'log in' zurück und fragt: Wie war die DDR? Schon im Vorfeld der Sendung können die Zuschauer auf www.logi n.zdf.de und www.facebook.com/zdflogin diskutieren: DDR- Heimat oder Unrechtsstaat?

Die Gäste:

Winfried Glatzeder: Der 'Belmondo des Ostens' war ein gefeierter Star in der DDR und erlangte durch die Hauptrolle in 'Die Legende von Paul und Paula' Kultstatus. Trotzdem verließ er seine Heimat 1982 auf eigenen Wunsch, weil er feststellen musste, 'dass der Einzelne in diesem Staat rechtlos war, es die behauptete Demokratie nur auf dem Papier gab. Jeder, der es wagte, die Entscheidungen der Mächtigen zu kritisieren, musste um sein soziales und leibliches Wohlergehen fürchten. '

Monika Ehrhardt Lakomy: Die Autorin und Liedtexterin schrieb gemeinsam mit ihrem Mann das Musical 'Der Traumzauberbaum', mit dem Generationen von Kindern im Osten aufwuchsen. Für sie steht fest: 'Weil die DDR kein Rechtsstaat war, war sie noch lange kein Unrechtsstaat. Was heute oft vergessen wird: Die DDR war für viele Menschen vor allem Heimat, von der Ostsee bis nach Thüringen.'

Hugo Müller-Vogg: Der Publizist und Bild-Kolumnist meint: 'Ein Staat wie die DDR, der seine Menschen einsperren musste, damit sie dem 'sozialistischen Paradies' nicht entfliehen konnten, war und bleibt für mich ein Unrechtsstaat.'

Andrea Hanna Hünniger: Die Journalistin und Buchautorin wurde 1984 in Weimar geboren. Sie will das Schweigen ihrer Elterngeneration über das Leben in der DDR brechen und fordert eine differenziertere Darstellung in den Medien: 'Da wird eine Fantasie-DDR wiederbelebt. Entweder Gruselshow oder unbeholfenes Traumland.'

Carmen Rohrbach: Die Biologin und Reiseschriftstellerin entschloss sich 1974 aus der DDR zu flüchten, weil ihr das Leben in der ihrer Heimat zu eng erschien. Bei einer spektakulären Fluch über die Ostsee nach Dänemark wurde sie erwischt und zu mehr als zwei Jahren Haft im berüchtigten Frauengefängnis Hoheneck verurteilt. Sie sagt: 'Die DDR war ein Staat, der die Menschen einsperrte und durch Ideologie manipulierte, benutzte und zerstörte.'

„log in“ auf ZDFinfo, 8. Oktober 2014, 22:25 – 23:25 Uhr
Wiederholung am 15.10., 22:25 Uhr



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