Presse

14.08.2013 | www.welt.de

Rauchen, Trinken und das Recht auf Unvernunft

Das Private wurde bei Sandra Maischberger politisch. "Schluss mit Rauchen, Fleisch und Alkohol – will der Staat uns umerziehen?", fragte sie ihre Gäste. Dabei flammten alte Lagerkämpfe wieder auf. (…)Nun lässt sich während des Gesprächs über Essen, Trinken und Genussmittel, die für einige Suchtmittel sind, momentan offenbar recht leicht die gewünschte Brücke schlagen. Das Private wird, wenn die Promillegrenze im Straßenverkehr sinkt und der "Veggie Day" in den Kantinen des Landes Wahrheit wird, auf einmal ganz politisch. Da nimmt es doch scheinbar nicht Wunder, dass Libertins wie der Publizist Hugo Müller-Vogg die freiheitliche Gesellschaft in Gefahr sehen."Es gibt in einer freien Gesellschaft ein Grundrecht auf unvernünftiges Verhalten", betonte Müller-Vogg mehr als einmal. Nun: Das gibt es so nicht. Dieses angebliche Grundrecht ist eine Konstruktion, die Müller-Vogg aus tatsächlichen Grundrechten ableitete, ein großer, abstrakter Begriff, gebildet aus anderen großen, abstrakten Begriffen.Die Freiheit zu definieren ist nun einmal eher schwierig, sie zu beschwören dafür umso einfacher. Dies war das wesentliche argumentatorische Dilemma, in dem sich die Gegner der "Bevormundungs-Republik", wie Müller-Vogg in einer Kolumne formulierte, bei Sandra Maischberger wiederfanden. (…)Ganz anders beim "Veggie Day", der sich zwar schon seit drei Jahren im Parteiprogramm der Grünen findet, aber erst seit Kurzem die Geister scheidet. An einem Tag in der Woche, so der Vorschlag, sollten die Kantinen in Deutschland nur fleischloses Essen anbieten – eine Idee, die Müller-Vogg dazu brachte, die "Bevormundungs-Republik" auszurufen. (...)Helmut Weber und Ines Pohl, die Chefredakteurin der "taz", erwähnten Klimagase, ausgelastete Ackerflächen nur zur Futtermittel-Erzeugung und Antibiotika-Exzesse als Folge der modernen Massentierhaltung. Meine Entscheidungen, dies wollten sie deutlich machen, haben eben auch Auswirkungen auf andere. "Der Mensch ist nicht perfekt", fiel Müller-Vogg dazu ein, und außerdem: "Am deutschen Wesen wird nicht die Welt genesen."www.welt.de vom 14.08.2013


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Müller-Vogg am Mikrofon

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