Presse

10.1.2006 - Frankfuter Rundschau

FDP wirft wohligen Blick auf's Dschungelcamp

Frankfurt • Dreikönigstreffen und 60-Jahr-Feier hatte die FDP
bereits in der vergangenen Woche hinter sich gebracht. Das war den
Frankfurter Liberalen aber offenbar immer noch nicht genug an
Festivitäten. Sie waren gestern Abend die ersten und also wie immer
die schnellsten, wie FDP-Fraktionschef Volker Stein betonte, die
den Reigen der zahlreichen Neujahrsempfänge in den Stadt
eröffneten.

Mehr als 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, von
denen die meisten in dieser Woche noch fünf weitere Empfänge vor
sich haben, trafen sich noch frisch und gut gelaunt im Ratskeller
des Römers. Als launiger und pointierter Gastredner war der
ehemalige FAZ-Herausgeber und nun seit geraumer Zeit fürs Fernsehen
und unter anderem der Bild-Zeitung tätige Publizist Hugo
Müller-Vogg geladen. Seine süffisanten "Anmerkungen zur Lage der
Nation" taten spürbar der liberale Seele gut, die in Frankfurt ein
wenig, in Berlin aber gerade gar nichts mehr zu melden hat.

Müller-Vogg fühlte sich vom politischen Geschehen in der Hauptstadt
ans Dschungelcamp erinnert ("Ich bin ein Bürger - holt mich hier
raus") , sah CDU und SPD in einer "Marienkäferkoalition"
zusammengeschmiedet ("viel rot und ein paar schwarze Punkte"),
scherzte über den zaudernden Stoiber, der nicht ohne seinen Münte
kann und sah als eine Ursache des groß-koalitionären Missstandes:
"Die FDP war zu gut!"

Das fanden die Liberalen im Frankfurter Ratskeller wiederum
besonders gut analysiert, wobei der Publizist warnte: "Wahlanalysen
sind meist dazu da, die Leichen aus dem Keller vor der Haustüre
eines anderen abzulegen." ox


© Copyright Frankfurter Rundschau
Ausgabe: Stadtausgabe (Nr. 8)
Datum: Dienstag, den 10. Januar 2006



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Müller-Vogg am Mikrofon

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