Presse

26.10.2007

Frau Merkel und der Zufall




Das US-Nachrichtenmagazin Newsweek präsentiert Angela Merkel als "Lost Leader", sie wirke reformmüde und unbeteiligt. Mitverfasser der Geschichte ist Bild-Kolumnist Hugo Müller-Vogg.

Bemerkenswert an der amerikanischen Bewertung des politischen Klimas in Deutschland ist die Autorenschaft. Mit einer Ausnahme stammen die Meinungsmacher in Newsweek aus Deutschland, zwei sind aus dem Zeitungsgewerbe.

Zu spitzer Feder griffen der frühere Bundesaußenminister Joschka Fischer ("Merkel lernt gerade, ihre radikale Reformagenda zu vergessen"), Zeit-Herausgeber Josef Joffe ("Ihre Hymne ist ein beruhigendes Wiegenlied") und Hugo Müller-Vogg, einst FAZ-Herausgeber, heute Bild-Kolumnist. 2004 hatte Müller-Vogg zwei Gesprächsbände (Mein Weg) vorgelegt mit Merkel. Jetzt fragt er: "War sie jemals für Reformen?" Man kann das fragen.

Am Dienstag dieser Woche übernahm Bild die Newsweek-Titelstory und machte im politischen Teil mit der Schlagzeile auf: "US-Magazin nennt Angela Merkel ,verlorene’ Kanzlerin". Doch fehlte der Hinweis, dass Bild-Mann Müller-Vogg zu den Kräften der Geschichte zählt. Newsweek hat die Biografien der eingespannten Texter abgedruckt. "Die Passagen, die Bild übernommen hat, stammen nicht von den deutschen Gastautoren", teilt Springer-Sprecherin Edda Fels mit. Gemeint ist, dass sich Bild auf die Hauptgeschichte bezieht, also Müller-Vogg nicht erwähnt werden musste. (...)

Einen Tag später als Bild - am Mittwoch dieser Woche - thematisierte die Welt, eine andere Springer-Zeitung, im innenpolitischen Teil die "Mär von Maggie Merkel". Im Mittelpunkt der Kritik ("Wirtschaft ... beklagt mangelnden Reformwillen der Regierung") steht Bild-Autor Müller-Vogg mit seiner Newsweek-Einlassung von Merkel als einer "Politikerin ohne innenpolitischen Kompass". (...)


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Süddeutsche Zeitung vom 26.10.2007



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